Mehr als die Hälfte: 55 Prozent der Abschiebungen scheitern in Hessen

Mehr als die Hälfte der geplanten Abschiebungen von ausreisepflichtigen Ausländern scheitern in Hessen. Die hessische Polizei hat von Januar bis April 2019 nach Angaben des Innenministeriums 1.259 Abschiebungsversuche unternommen. Davon seien 696 Versuche nicht gelungen - das sind 55 Prozent.

300 Betroffene konnten am Abschiebungstag nicht angetroffen werden, 78 waren untergetaucht. Das teilte das Ministerium in Wiesbaden der Deutsche Presse-Agentur mit. Eine ähnliche Entwicklung gab es bereits in der zweiten Hälfte des Vorjahres. Von 2.296 Abschiebungsversuchen seien 1.021 erfolgreich gewesen sein, 1.275 Fälle scheiterten.

"Es ist nicht einsehbar, dass Polizei, Ausländerbehörde, Ärzte und Dolmetscher mit mehr als fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit umsonst arbeiten", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein unhaltbarer Zustand, auf den der Gesetzgeber reagieren muss."

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