10.000 Dosen für Hessen: Erste Impfungen am Sonntag

Am 22.12.2020 veröffentlicht

Seit Montag steht fest: Der Impfstoff des Mainzer Pharmaherstellers Biontech ist in der EU zugelassen, das heißt auch in Hessen kann mit den Impfungen begonnen werden. Doch wann geht es los, und wie viele Impfdosen wird Hessen überhaupt bekommen? Darüber haben Sozialminister Kai Klose und Innenminister Peter Beuth in einer Pressekonferenz in Wiesbaden informiert.

"Wir wollen die Menschen in unserem Land zügig impfen", stellt Peter Beuth direkt zu Beginn klar. Knapp 10.000 Impfdosen wird Hessen demnach erhalten, die Hälfte davon wird bereits ab 27.12. verimpft. Alten- und Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal der sechs hessischen Schwerpunktkliniken sind zuerst an der Reihe. Für Frankfurt bedeutet das in Zahlen: 300 Dosen werden für Altenheime reserviert, die Uniklinik erhält 150. Der Odenwald hingegen bekommt 100 Dosen, so Beuth in seinem Beispiel. 

Vorerst keine Impfungen in Hessens Impfzentren

Beuth rechnet damit, dass Hessen in Zukunft 50.000 Impfdosen pro Woche erhalten wird. "Das ist mehr als erwartet", gibt Beuth zu – allerdings habe Hessen die Kapazitäten für mehr. Geimpft werden soll aktuell mit mobilen Impfteams. Die großen Impfzentren, die landesweit errichtet wurden, werden noch nicht benötigt. "Sobald wir genügend Impfstoff zur Verfügung haben, werden wir in eine zweite Phase starten". In diesem Zug werden dann die Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt geöffnet – allerdings auch vorerst nur für Risikogruppen, deren Angehörige und Berufsgruppen wie Polizisten. Die Terminvergabe erfolgt über eine Hotline, eine Anmeldung ist zur Zeit aber noch nicht möglich. "Wir können mit der größten Impf-Aktion in der Geschichte unseres Landes beginnen", schließt der Innenminister und ergänzt: "Seien Sie sicher, dass Sie an die Reihe kommen". Die Impfung von Millionen Hessen sei kein Sprint, sondern ein Marathon.

Schutz als oberste Priorität

"Der Schutz, für die, ihn am dringendsten benötigen hat absoluten Vorrang. Damit stehen wir im Einklang mit den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut und der Impfverordnung des Bundes. Wir haben immer gesagt, dass wir uns ganz eng an die Vorgaben halten werden, das haben wir umgesetzt“, stellte Gesundheitsminister Kai Klose fest. Gerade unter dem Aspekt der Verantwortung und Solidarität füreinander sei die festgelege Priorisierung bei der Verteilung des Impfstoffs ein wichtiges Signal. Nun gelte es, dieses weiter zu tragen, in dem sich möglichst viele Menschen impfen lassen. "Generell gehören Impfstoffe zu den am sorgsamsten geprüften Medikamenten. Von daher sollte jeder und jede sich bewusst sein, dass derzeit das Infektionsrisiko und die damit verbundenen Gefahren für sich und andere ein herausragendes Gewicht haben. Der Impfstoff bietet uns allen die erhoffte Perspektive auf den Ausweg aus der Pandemie", so Kai Klose. "Irgendwann werden wir alle immun gegen das Virus sein – weil wir entweder mit Covid-19 infiziert waren oder geimpft sind. Die zweite Möglichkeit ist deutlich weniger gefährlich."

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