Engagement in der Krise: Sabine Weiland kümmert sich um Kinder ohne Betreuung

Am 16.03.2020 veröffentlicht

Das neuartige Coronavirus hat auch die Schulen und Kindertagesstätten in Hessen lahmgelegt. Viele berufstätige Eltern stehen nun vor der Frage: Wie mache ich das denn jetzt mit meinem Kind? Sabine Weiland aus Wiesbaden hilft und bietet Eltern eine kostenlose Kinderbetreuung an. Mareike Luft hat sie getroffen.

Grundsätzlich gilt für Eltern laut Volker Görzel, Fachanwalt für Arbeitsrecht momentan: Eine Betreung für die Kinder zu besorgen, ist Aufgabe von Mutter und Vater. Wenn keine gefunden werden kann, muss ein Elternteil Urlaub nehmen. Hinzu kommt ja auch noch das Problem, dass Oma und Opa als Ersatz ausfallen, da gerade ältere Menschen bei dem Coronavirus als besonders gefährdet gelten.

Was mache ich, wenn mein Urlaub aufgebraucht ist?

Eine offizielle Rechtsprechung im Fall des Coronavirus gibt es nicht – dafür ist die Infektionswelle noch zu neu. Ist aber nachweislich keine Betreuung für die Kinder zu finden, ist es den Eltern im Notfall auch erlaubt, zu Hause zu bleiben. Hier hilft Paragraph 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) weiter: Wer ohne eigenes Verschulden und aus einem persönlichen Grund verhindert ist und nicht zur Arbeit kommen kann, bekommt trotzdem weiter Gehalt. Allerdings kann es sein, dass dieser Paragraf im Arbeitsvertrag ausgeschlossen wurde.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Situation

Sollten Kinder aufgrund des Coronavirus nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen können, ist es empfehlenswert, zunächst mit dem Arbeitgeber zu reden. Eine flexible Lösung zu finden, sollte im Interesse beider Seiten sein. Folgende Möglichkeiten gibt es, mit denen beide zufrieden sein könnten:

  • Überstunden abbauen
  • (unbezahlten) Urlaub nehmen
  • Im Homeoffice arbeiten

Anspruch auf Entgelt mit krankem Kind

Ist das eigene Kind krank, kann man zudem die zehn Krankheitstage nutzen, die jedem gesetzlich versicherten Elternteil zur Betreuung eines kranken Kindes unter  zwölf Jahren zustehen. Der Arbeitgeber hat jedoch Anspruch auf einen Nachweis, der belegt, dass das Kind pflegebedürftig ist.

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