Messengerdienste an Schulen?: Warnung vor WhatsApp

Am 24.06.2019 veröffentlicht

Mit einer WhatsApp-Nachricht die Schulklasse informieren? Das geht schnell und viele Lehrer sehen nur so eine komfortable Möglichkeit, ihre Schüler zu erreichen. Doch der Datenschutz sei hier besonders löchrig.

Der hessische Datenschutzbeauftragte warnt Lehrer davor, über den beliebten Messengerdienst mit Eltern und Schülern zu kommunizieren. "Für die Nutzung von WhatsApp für schulische Aufgaben gibt es keine Rechtsgrundlage", erklärte der oberste Datenschützer des Landes, Michael Ronellenfitsch. Viele Lehrkräfte vermittelten den Eindruck, als sei es ohne diesen Dienst nahezu unmöglich, mit Eltern und Schülern in Kontakt zu treten. Teilweise würden Vorgaben des Kultusministeriums ignoriert, heißt es im jüngsten Bericht des Datenschutzbeauftragten für 2018, der am Montag in Wiesbaden vorgestellt wurde.

Ronellenfitsch kritisierte unter anderem, dass WhatsApp über eine Vielzahl von Daten seiner Nutzer verfüge und damit teils detaillierte Beziehungs- und Interessensprofile bilden könne. Außerdem würden mit der Anmeldung automatisch alle im Mobiltelefon gespeicherten Kontakte an den Anbieter übertragen. Geschehe dies ohne Einwilligung der Betroffenen, bestehe die Gefahr, kostenpflichtig abgemahnt zu werden.

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