Debatte um Polizei-Einsatz: Beuth wehrt sich gegen Kritik

Am 28.02.2019 veröffentlicht

Eine Woche nach dem umstrittenen Polizei-Einsatz beim Europa-League-Spiel der Frankfurter Eintracht, ging die Frage nach der Verhältnismäßigkeit im Landtag weiter. Innenminister Beuth wies jegliche Kritik zurück.

SPD, FDP und Linke forderten CDU-Innenminister Peter Beuth zu einer Deeskalation im Umgang mit Verein und Fans auf. Ein Rechtsstaat habe "die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu beachten", sagte SPD-Politiker Günter Rudolph. Er vermutet eine "Privatfehde" zwischen dem Innenminister und einem Teil der Eintracht-Fans. Auch Linken-Fraktionschefin Janine Wissler sprach von einem "Kleinkrieg gegen die Eintracht und ihre Fans." An dem Spieltag sei die Sicherheit nicht durch die Fans bedroht gewesen, sagte sie mit Blick auf den aus ihrer Sicht überzogenen Polizeieinsatz und einen verletzten Fan. Der FDP-Abgeordnete Stefan Müller forderte, man müsse sich "mit Augenmaß und ohne Eskalation" mit Gefahren im Stadion beschäftigen.

Beuth kontert Kritik

Innenminister Peter Beuth selbst betonte, die Polizei müsse im Umgang mit 'Problemfans' für die Sicherheit der Stadionbesucher sorgen. "In der Fankurve gilt nicht das Recht des Stärkeren oder des Lauteren", sagte der Minister. Für Ende kommender Woche wurde ein Gespräch zwischen dem Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill und dem Vorstand der Eintracht vereinbart.

"Für Begeisterung braucht man keine bengalische Fackeln und auch keine Schmähplakate", sagte CDU-Politiker Alexander Bauer. Auch die Grünen-Abgeordnete Eva Goldbach wies Kritik am Einsatz zurück: "Hinterher eine Entscheidung der Polizei zu bewerten, ist sehr einfach, aber in der Situation eine Entscheidung zu treffen, ist sehr schwer."

Kritik an Eintracht-Präsident Peter Fischer gab es in der Debatte von der AfD. Die Aussage, das Stadion solle 'brennen', ließen sich leicht missverstehen, sagte der Abgeordnete Klaus Hermann. "Wenn man die Fanszene der Eintracht kennt, braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wozu sich der eine oder andere aufgerufen fühlt."

Streit um Banner und Durchsuchungen

Die Polizei hatte vor dem Europapokalspiel gegen Schachtjor Donezk Fan-Räume nach Pyrotechnik abgesucht. Später entfernten die Beamten ein Banner, das gegen Beuth gerichtet war und der Polizei zufolge einen beleidigenden Inhalt hatte. Eintracht-Fans sagten daraufhin eine teure und lange vorbereitete Choreografie ab.

Im Video oben sehen Sie Ausschnitte aus der Debatte von Günther Rudolph (SPD), Alexander Bauer (CDU), Klaus Herrmann (AfD), Janine Wissler (Die Linke) und Innenminister Peter Beuth.

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