Es war Mord: Urteil im Nudelsuppen-Prozess

Am 27.05.2020 veröffentlicht

Der 49 Jahre alte Enrico R. ist wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Für die Richter am Landgericht Wiesbaden stand fest: Enrico R. hat eine Nudelsuppe vergiftet, um dadurch einen Tenniskollegen zu töten. Über den Prozess berichten Michael van Alst und Pascal Wede.

Laut Anklage war Enrico R. in das Haus des Ehepaares eingedrungen und hatte Gift in einen Topf mit Nudelsuppe gekippt. Der Ehemann verfütterte die Suppe an seine Hunde, die mit schweren Vergiftungssymptomen in eine Klinik gebracht wurden und überlebten.

Vorzeitige Entlassung so gut wie ausgeschlossen

Neben der Verurteilung zu lebenslanger Haft haben die Richter auf die besondere Schuldschwere erkannt. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist damit rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. In seinem "letzten Wort" hatte der Angeklagte beteuert, nichts getan zu haben. Die Urteilsverkündung wurde wegen der Corona-Pandemie ausgelagert und fand in einem Saal des "Hauses der Vereine" in Wiesbaden-Dotzheim statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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