Zwischen Bürgernähe und Netzhetze: So wichtig ist Social Media für unsere Politiker

Am 01.04.2019 veröffentlicht

Soziale Netzwerke haben eine hohe Bedeutung für die Abgeordneten des Bundestages und der Landesparlamente. Das geht aus einer aktuellen Social-Media-Studie hervor. Eines der Ergebnisse: Die Atmosphäre im Netz bewerten viele Politiker eher schwierig und negativ.

Facebook und Co. sind der schnelle und direkte Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern. Besonders junge Wählerinnen und Wähler lassen sich hiermit besser erreichen. Gleichzeitig bieten sie aber auch eine Plattform für Anfeindungen und Beleidigungen. Das ist trauriger Alltag: 97,5 Prozent der teilnehmenden Politiker haben bereits persönliche Anfeindungen erhalten. Ohne Hass und Hetze scheint im Netz nichts mehr möglich zu sein. Insbesondere die Randparteien wie Afd und die Linke sind häufig Opfer heftiger Gegenkommentare.

Die zentralen Ergebnisse der Studie

Rund 60 Minuten pro Tag investieren Politiker in Social-Media. Die meiste Zeit verbringen sie dabei auf Facebook. 95,7 Prozent nutzen die Plattform, gefolgt von Twitter und Instagram. Mehr als die Hälfte der Politiker spricht den sozialen Netzwerken dabei eine wichtige Rolle in der Kommunikation mit den Bürgern zu. Hier unterscheiden sich die Parteien jedoch deutlich: 90 Prozent der Afd-Abgeordneten empfinden die sozialen Netzwerke als sehr wichtig in der Beziehung zu ihren Wählern, bei den Linken-Abgeordneten teilen diese Meinung hingegen nur 38 Prozent.

Selbstversuch - 40 Tage Social- Media-Fasten

Fast ein Drittel der Befragten hat schon einmal darüber nachgedacht, die sozialen Plattformen zu verlassen. So auch Mathias Wagner, Fraktionschef der Grünen. Für 40 Tage wagt der Politiker den Selbstversuch und fastet Social-Media, um "nachzudenken", wie er sagt. Sind Facebook, Twitter und Co. wirklich ein Muss für jeden Politiker? Oder führt die Schnelllebigkeit des Internets zu übereilten Meinungen und oberflächlichen Debatten? All das beschäftigt Wagner derzeit und bis jetzt ist er mit dem Ergebnis zufrieden. Er hat mehr Zeit und fühlt sich entspannter.

Die komplette Studie zum Nachlesen finden Sie auf der Webseite von "Dirk Metz Kommunikation".

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