Deeskalierend oder gefährlich?: Taser-Schulung bei Gießener Polizei

Am 03.05.2019 veröffentlicht

Vergangenen Monat verkündete Hessens Innenminister Peter Beuth den landesweiten Einsatz von sogenannten "Distanz-Elektroimpulsgeräten". Die Taser sollen laut Innenministerium zur Deeskalation prekärer Situationen führen. Mithilfe der Geräte sollen Angreifer auf fünf Meter Distanz mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht werden.

Jedes der sieben hessischen Polizeipräsidien wird mit jeweils fünf Elektroschockern ausgestattet. "Der Taser ist in vielen Fällen die mildere Variante der Schusswaffe und stellt eine sinnvolle Ergänzung der Ausrüstung unserer Schutzleute dar", sagt Innenminister Peter Beuth. Auf der Webseite des Innenministeriums werden zwei Situationen geschildert, in denen sowohl der Einsatz als auch das bloße Androhen der Taser zur erfolgreichen Deeskalation geführt hat.

Allerdings äußern sich auch viele Kritiker skeptisch zur "milderen Variante der Schusswaffe". Demnach befürchten die, dass die Hemmschwelle zum Einsatz einer solchen Waffe sinken könnte. Situationen, in denen die Entschärfung einer schwierigen Situation möglicherweise auch milder hätte hervorgerufen werden können, könnte dann möglicherweise häufiger zum Taser gegriffen werden.

Unser Reporter Tim Kirschsieper war in Gießen und hat sich die Taser-Schulung der Polizei einmal genauer angesehen.

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