Haben die Behörden versagt?: Untersuchungsausschuss zum Lübcke-Fall soll für Klarheit sorgen

Am 25.06.2020 veröffentlicht

Wie kann es sein, dass Stephan Ernst bereits der Polizei bekannt war, aber zu dem Zeitpunkt des Mordes an Walter Lübcke nicht mehr unter Beobachtung stand? Mit dieser Frage soll sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss auseinandersetzen. Der Landtag hat in einer Sitzung heute grünes Licht dafür gegeben. Ziel ist es, die Rolle der Sicherheitsbehörden in dem Fall genauer zu beleuchten.

Thema des U-Ausschusses werde unter anderem die Frage sein, wie Stephan Ernst und Markus H. vom Radar des Verfassungsschutzes verschwinden konnten, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Günter Rudolph. "War das politische Ignoranz oder war das Behördenversagen?" Geklärt werden müsse auch, wie Markus H. an eine Waffe gelangen konnte. Außerdem solle es um mögliche Verbindungen zwischen den Tatverdächtigen im Fall Lübcke und dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gehen.

Stephan Ernst steht im Verdacht, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni vergangenen Jahres auf dessen Terrasse in der Nacht erschossen zu haben. Aktuell wird ihm und seinem mutmaßlichen Komplizen Markus H. in Frankfurt der Prozess gemacht. Mehr Informationen gibt es im Videobeitrag unserer Reporter Alexander Polte und Cord Eickhoff.

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