Wilke-Fleischskandal: Ministerin Hinz macht Landkreis verantwortlich

Am 18.11.2019 veröffentlicht

Im Fleischskandal um das Unternehmen Wilke sieht das hessische Verbraucherschutzministerium erhebliche Versäumnisse bei dem für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den Ministerin Priska Hinz (Grüne) am 18. November 2019 in Wiesbaden vorgestellt hat. Unsere Reporter Luisa Vollmert und Benjamin Holler berichten.

Hinz räumt die Fehler der Politik ein. Zwölfmal im Jahr hätte der Fleischproduzent kontrolliert werden müssen. "Aufgrund eines Fehlers des Landkreises ist die Firma Wilke auf ein dreimonatiges Kontrollintervall herabgesetzt worden", heißt es in dem Bericht.
Doch auch der Lebensmittelunternehmer selbst sei seinen Pflichten offensichtlich nicht nachgekommen. Es muss eher davon ausgegangen werden, dass mit krimineller Energie gearbeitet wurde.

Mehr Personal für mehr Sicherheit

Außerdem sei laut Ministerium bei einer Betriebsgröße wie bei Wilke eine regelmäßige Überprüfung aller Betriebsräume nötig. Die Berichte von 2018 bestätigen allerdings nur Teilkontrollen in verschiedenen Bereichen des Betriebes.
Drei zusätzliche Stellen im Ministerium und acht in den Regierungspräsidien sollen die Lebensmittelsicherheit in Zukunft verbessern, kündigte Umweltministerin Priska Hinz als Konsequenz aus dem Wilke-Fall an.

Zum Hintergrund

Anfang Oktober hatten Behörden den Fleischhersteller geschlossen. Wiederholt waren Listerien-Keime in den Produkten nachgewiesen worden - bei geschwächtem Immunsystem können diese lebensgefährlich sein. Drei Todes- und 37 Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen den Geschäftsführer. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft Hessens Behörden vor, zu langsam reagiert zu haben. Die Ministerin will als Konsequenz aus den Vorfällen die Lebensmittelüberwachung verbessern.

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