Grau gekleidete Personen zogen Bulle und Bär durch das Bankenviertel. Foto: Andrea Sellmann

Demo und Besetzung: Protest erinnert an Bankenkrise

Graue Gestalten ziehen Bulle und Bär durch das Frankfurter Bankenviertel: Mit dieser Performance haben Kapitalismus-Kritiker am Samstag an den Beginn der Finanzkrise vor zehn Jahren erinnert.

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac fordert nach eigenen Angaben ein demokratisches, gerechtes und stabiles Finanzsystem. "Finance for the People" lautet ihr Motto. Die Veranstaltung ist Teil einer europaweiten Aktion zum zehnten Jahrestag des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Die "grauen Gestalten" waren vor der ehemaligen Europäischen Zentralbank am Willy-Brandt-Platz in der Frankfurter City gestartet und haben große Bulle- und Bär-Skulpturen hinter sich hergezogen. Vor der Börse haben sich diese dann "befreit" und den Fokus der Aufmerksamkeit auf in den Augen der Demonstranten wichtigere Themen gelenkt, wie bezahlbarer Wohnraum, freie Bildung und Gesundheit für alle.

Aktivisten besetzen Paulskirche

Am Nachmittag haben rund 60 Aktivisten die Paulskirche besetzt. Ziel sei es gewesen, eine breite öffentliche Debatte über Demokratie anzustoßen. Das sei gelungen, sagte eine Attac-Sprecherin. Die Stadt duldete den Protest, sodass rund 30 Demonstranten die Nacht in der Paulskirche verbrachten. 

"Es ist gut, dass sich unter den Demonstranten die Friedfertigen durchgesetzt haben und so eine Eskalation vermieden werden konnte", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann von der SPD. Seit dem Start der Aktion am Samstagnachmittag sei eine deeskalierende Strategie gefahren worden. Die Abstimmung zwischen den Behörden und der Polizei habe zu dem guten Ende geführt.

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