Zeit der Zugvögel: Kraniche und ihre Winterquartiere

Am 31.10.2019 veröffentlicht

Für Ornithologen sind es spannende Wochen. Allein in den vergangenen Tagen hat der Ornithologe Martin Kraft in Weimar-Niederwalgern etwa 8.000 Zugvögel gezählt. Unsere Reporterin Alexandra Pitronik hat den Vogelexperten besucht.

Der Kranich ist immer der Höhepunkt im Vogelzug. Ornithologe Martin Kraft schwärmt von den Tieren. "Das liegt einfach daran, dass es sehr große Vögel sind, majestätische Vögel, die in Formation fliegen und dann auch noch rufen. Die Rufe hört man ja sehr weit. Das hat was wehmütiges, klagendes und dann hat man selber Lust, mit nach Süden zu fliegen."

Seit September sind etwa 240.000 Vögel in Mittelhessen gezählt worden. Auf der so genannten Westroute ziehen sie von der Ostsee-Küste über Hessen nach Südfrankreich, von dort zu ihrem Winterquartier nach Spanien oder Marokko. Gerade jetzt haben die Tiere perfekte Flugbedingungen, weil der Wind richtig steht. Auf ihrer Reise zeigen die Vögel eine bemerkenswerte Ausdauer.

Bei uns und in anderen Kulturen wird der Kranich übrigens als "Vogel des Glücks" bezeichnet. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung, weiß der Experte: "Der heißt deswegen Vogel des Glücks, weil Kraniche das ganze Leben zusammenhalten. Das heißt, sie sind so eng miteinander verbunden die Paare, die leben das ganze Jahr zusammen und auch das ganze Leben zusammen. Das heißt, sie sind immer zusammen."

Schon Ende Januar kommen die ersten zurück. Für den 66-Jährigen ein besonderer Moment. Denn wenn die Kraniche kommen, kommt auch bald der Frühling.

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