"Prozess" und "Funny Girl": Zwei Premieren in Bad Hersfeld

Am 05.11.2018 veröffentlicht

Zwei zuvor noch nie beim Freilicht-Theaterfestival gezeigte Stücke stehen auf dem Plan der Bad Hersfelder Festspiele. Intendant Joern Hinkel stellte sein Programm für 2019 vor. Es besteht aber auch eine Konstante: Es gibt wohl wieder ein Finanzdefizit und Ärger ums Geld.

Mit Franz Kafkas Klassiker "Der Prozess" und dem Musical "Funny Girl" stehen zwei neue Stücke auf dem Programm für 2019. Daneben werden das Stück "Shakespeare in Love" und das Musical "Hair" aus der Saison 2018 wegen des großen Erfolgs erneut aufgeführt. Im Rahmenprogramm wird Sängerin Annett Louisan am 29. Juli ein Konzert geben.

Eröffnet werden die Festspiele am 5. Juli mit dem Theaterstück "Der Prozess". Intendant Hinkel wird die von ihm bearbeitete Bühnenfassung auf der großen Freilichtbühne in der Stiftsruine 'humorvoll und mit leichter Hand' inszenieren. Kafkas Prozess sei einer der ersten Psychothriller der Weltliteratur. Die Vorlage sprühe vor komischen, absurden Situationen und sei eine Hymne an die Fantasie, sagt er: "Es ist wichtig, Stoffe auf die Bühne zu bringen, die nicht in jedem zweiten Theater gespielt werden. Wir wollen den Zuschauern etwas Besonderes bieten."

400.000 Euro Finanzloch

Für Unruhe sorgt unterdessen die Nachricht aus der Stadtverwaltung, dass den Festspielen wieder ein Finanzdefizit droht, diesmal möglicherweise rund 400.000 Euro. Aber noch sei die Saison nicht komplett abgerechnet. Die Schlussbilanz werde im Frühjahr vorliegen, sagte Hinkel. Der Etat lag zuletzt bei rund acht Millionen Euro.

Die Einbußen müssten analysiert und in Zukunft abgestellt werden, sagte Hinkel. Er gab aber auch zu bedenken, dass bei der Planung für 2018 noch von einem anderen Programm mit anderen Rahmenbedingungen ausgegangen wurde. Doch das alles änderte sich mit dem Rücktritt von Intendant Dieter Wedel. Hinkel kritisierte bei der Programm-Vorstellung auch die mangelnden Möglichkeiten in Bad Hersfeld, die Festspiel-Saisons langfristig planen zu können. Die Kommunalpolitiker übten über den städtischen Regiebetrieb Kontrolle aus und wollten Jahr für Jahr über die Ausgaben und deren Verwendung mitbestimmen. Die Stadtpolitiker hatten sich neulich gegen die Gründung einer Festspiel-GmbH mit einer flexibleren Verwaltungsform ausgesprochen. Hinkel hatte diese politische Entscheidung scharf kritisiert.

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